Aufsatz eines unbekannten Studenten über die Nutzung der Wasserkraft der Gelster (um 1940)

 

Bei der chronologischen Entwicklung der heute noch nachweisbaren Betriebe  muss natürlich berücksichtigt werden, dass sich die Angaben höchstens über 2,3 Generationen erstrecken.

 

Vor 1900 war in " Carmshausen“ eine Mühle, zu der der schon erwähnte Betriebsgraben führte.

1908 wurde in die Wasserrad Anlage in der Mühlen abgerissen und an deren Stelle eine Zwillings Spiraleturbinen von 32 PS Leistung eingebaut. In der von der Turbinen angetriebene Generatoren lieferte 110 Volt Gleichstrom, der zum Betrieb einer Elektrobahn benötigt wurde. Sie beförderte auf einem Spezialgleis, dass von dem roten See zum Witzenhausen Nordbahnhof führte, war seit Steiner, die heute in der zum See gewordenen Stätte gebrochen wurde. (Reste des Bahndammes findet man gegenüber des Grundstücks der Kohlenhandlung Hupfeld am "Runden Ei". 1916 gingen die Basaltwerke Hesselbühl GmbH, Kaufungen, in Konkurs. Von dieser Zeit an spendete die Gelster durch Antrieb der Turbinen die Energie über die elektrischen Sägewerks Maschine, die nach damaligen modernsten Gesichtspunkten auf dem Gebiet der Technik errichtet wurden. 1935 wurde die Anlage abgerissen. (Die heutigen Ausnutzung der Gelster und die Kraftanlagen von "Carmshausen“ folgen unter "Carmshausen“ im dritten Abschnitt des Hauptthemas).

Hinter Carmshausen durch fließt in die Gelster Wiesen und Äcker, die sie in früheren Zeiten einmal bewässerte, tritt nach durchfließen der Dohrenbächer Gemarkung wieder aus Witzenhäuser Boden und er erreichte südlich des „Gelster-Hofes“ die Stelle, an der das Wasser für einen im Jahre 1912 angelegten Fischteich der deutschen Kolonialschule abgeleitet wurde. (Siehe Zeichnung Nr. 2).

Der heute im Verlanden begriffene Fischteich nahm eine Fläche von 0,3 Hektar ein. Er wurde aus der Gelster durch eine Rohrleitung aus Mannesmann-Rohren von 13 Zentimeter lichter Weite gespeist. Die Ableitung des Wassers aus der Gelster in die Rohrleitung erfolgte ohne Aufstau durch einen drei Meter langen Graben, der in einem Einlaufschacht endete. Etwa in der Mitte der Leitung lag ein Kontroll-Schacht mit Entleerungsvorrichtung. Die Regelung des Wasserstandes im Teiche erfolgte durch einen „Mönch“, bei dem die normale Stauhöhe ein Meter betrug. Im Anschluss an den Mönch führte eine Rohrleitung von 13 Zentimeter lichter Weite und in Verlängerung davon ein offener Graben, der das aus dem Teich abfließende Wasser in die Gelster zurück leitete.

 

In Höhe des Gelster-Hofes, der seine Äckern früher mit Gelsterwasser berieselte, beginnt der über 300 meterlanger Betriebsgraben der Papierfabrik (siehe auch Zeichnung Nr. 3). Das abgeleitete Wasser mochte zum Betrieb einer Francis Turbinen benutzt, und ein Teilwasser leitete man nach der Reinigung auf chemischen und mit mechanischem Wege (Siebe) in den zur Papieraufbereitung benötigten “Holländern“ zu.

Hinter der Papier Mühle befindet sich ein Wehr, dass die Gelster in zwei Arme teilte.
Der wasserreichere Teil der Gelster, der "Mühlengraben", fließt nach Nordwesten unter der Kasseler-Landstraße hindurch. (Siehe Zeichnung Nr. 4)

 

Ich möchte nun der Übersicht halber erst einmal dem Lauf der "Wilden Gelster" folgen, die weniger Wasser führte als die „Herren-Gelster“, die auch „Mühlengraben“ genannt wird. Hinter der Brücke der Bundesstraße 27 legt die im Bild ersichtlichen Grundschleusen von 1,80 m und 2 m Breite Schützentafelbreite (zusammen 3,8 Meter Öffnung) die Krone des Meeres liegt auf 142,5 Meter über NN.
Die Schützentafelhöhen betragen 60 und 65 Zentimeter. Diese Schleuse diente folgenden Zweck: Sollte die „Mühlengelster“ oberhalb der Bäckermühle (Ritz) gereinigt werden, so öffnete man die Schleuse hinter der Papierfabrik Staffel - und das Flussbett der Herren Gelster hinter dem Ausfluss Bäckermühle fiel trocken.

Die vier "Stadtmühlen " bekommen aber trotzdem Wasser, da die Grund schleusen im Vordergrund des Bildes Nr. 4 die Gelster durch einen ausbetonierte Graben leitet.

Etwa 175 Meter Gelster abwärts (wilde Gelster) mündet auf der linken Seite ein Abschlaggraben, der zu der Flutschleuse der „Herren-Gelster“ führt. Durch diesen Graben wird Überschusswasser der „Mühlengelster“ abgeleitet. Sollte das Flussbett der „Herren-Gelster“ unterhalb dieser Schleuse gereinigt werden, öffnete man die vier Meter breite Flutschleuse, sodass das Wasser den Weg durch das Flussbett der wilden Gelster nehmen kann.

 

Kurz hinter der Brücke in der Südbahnhofstraße, in Höhe der Kochstraße befindet sich eine Betonschwelle, durch die das Gefälle der Gelster gemindert und somit die Strömung herabgesetzt wird. Hinter der Brücke in der Steinschleuse befand sich auf dem linken Ufer, wo heute unser Mittelschulgebäude steht, eine große Bleichenwiese. Das Wasser der Gelster konnte damals noch, weil sie nicht zu viele Abwasser aufnahm wie heute, zum Begießen und Spülen der Wäsche Verwendung finden.

Die Gartenbesitzer, die an der Gelster ihr Land sich hatten, Entnahmen zur Bewässerung Wasser aus der Gelster, das zum Teil auch heute noch geschieht zwar muss man hierbei vorsichtiger sein als vor 40 Jahren weil sie sehr oft starke Chlorabwässer und andere Pflanzen schädliche Stoffe im Gelster Wasser befinden. Auf dem Bild Nr. 5 kann man im Vordergrund die Gelster und die dazu führende Treppe, im Hintergründe den Garten erkennen.

 

Die " wilde Gelster" beschreibt einen großen Bogen und mündet in die Werra ein.

 

Im Bild sieht man im Vordergrund die Einmündung der wilden Gelster in die Werra.

 

Nachdem ich nun den Verlauf der" wilde Gelster" geschrieben habe möchte ich noch hinzufügen, dass sich der Verlauf seit vielen Jahrhunderten nicht verändert hat. Nur das Flussbett mochte nach dem Ersten Weltkrieg, als es viele Arbeitslose gab, ausgeschlachtet und befestigt. Der damals (1920) amtierenden Bürgermeister Domke verschaffte mit dieser Maßnahme vielen seiner Mitbürgern Arbeit und Brot daher nennt auch viele alte Witzenhäuser Einwohner die "wilde Gelster " - " Domke Kanal ". Die Das Ufer  der Gelster säumenden Weidenbäume und Pappeln sind ebenfalls zu jener Zeit angepflanzt worden. Durch die Vertiefung des Flussbett, besonders am Unterlauf, wurde er erreichte, dass bei Hochwasser die wilde Gelster nicht über die Ufer trat und weite Gebiete überschwemmt. Das Wasser stand zuvor oft bis zum heutigen Konturen der Firma Ritz in der Stein-Straße

 

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Von den vier "Stadtmühlen" besteht heute nur noch die Ober- und Untermühle.

Mittelmühle Coyn wurde nach 1918 s zum Sägewerk und anschließend so Drechslerei umgebaut. Das unterschlächtige Wasserrad dass außer der ein Betriebsleistung für den Sägewerks Betrieb noch von einer Treff Maschine belastet mochte, riß der Besitzer 1915 ab. An Stelle des Wasserrad trat eine Turbine mit einer Schluckfähigkeit von 1400 l/sec.. Die Mittelmühle Handwerk verkaufte das Wasserrecht an Herrn Coyn. Ihm Schleuse nun zwei Meter und zwei Meter gefällt Strecke zu. Er ließ den Abflussgraben bis nach Handwerk um zwei Meter vertiefen und in Spritzbeton legen. Die Gelster war wenige Jahre zuvor überdeckt worden und zwar von dem heutigen Capitol-Lichtspielgebäude bis zur Brücke in der Karl-Ludwigstraße. Nach Stilllegung der Mühle ging das Grundstück durch Verkauf in den Besitz von Herrn Emil Kulle über. Er benutzte die Räumlichkeiten als Speicherboden und Stall für sein Vieh.

 

Die Gelster fließt dann wieder unüberdeckte vor dem heutigen Krankenhaus entlang. Dieser Weg der Gelster soll nach einem Plan von 1954 ebenfalls überdeckt werden. Sie fließt unter der Steinstraße hindurch und tritt erst im Hofe der deutschen Kolonialschule wenige Meter ans Tageslicht. Eine hervorragende Leistung vollbrachten die Mönche durch die Abdeckung der Gelster im Jahr 1358.Die Mönche hatten manche Auseinandersetzung mit den Gelster aufwärts liegenden Mühlenbesitzer gehabt weil letztere glaubten, durch die Bauvorhaben der Mönche besteht eine Schädigung ihrer Betriebe infolge Rückstauwassers auf. Das Wasser der Gelster benutzten die Mönche wahrscheinlich zur Berieselungen der Äcker und zu tränken des Viehs. Hinter dem heutigen Molkerei Gebäude wurde die Gelster durch eine im Jahr 1845 angelegte Schöpfer rad Wasser für einen Schnapsbrennerei- Betrieb entnommen

 

Dieses Schöpfer rad wurde einige Jahrzehnte später durch ein unterschlächtiges Wasserrad, dass ein Gefälle von 25 Zentimeter ausnutzte, dabei 1 PS  leistete, ersetzt und zum Antrieb der Futtermaschinen der Domäne benutzt. Außerdem betrieb das Wasserrad das " Butter fass " der Molkerei. 1924 riß man diese Wasserkraftanlage ab.

 

40 Meter oberhalb der Anlage und 140 Meter oberhalb der Einmündung der Herren Gelster legt die unter Mühle, deren drei Meter breites und fünf Meter hohes Wasser rad mittelschlächtich angetrieben wurde. Im 14. Jahrhundert war diese Mühle im Betrieb der Mönche. Seit dieser Zeit ist sie bis heute noch im Betrieb wenn sich auch die Einrichtung geändert haben. Die unter Mühle wurde zum 17. V. 1918 durch die

Deutsche Kolonialschule käuflich erworben. Bis zum 1.1.1922 führte der frühere Besitzer Fischer den Betrieb pachtweise weiter. Die Kraftanlagen diente außer zum Betrieb der Mühle zur Erzeugung von elektrischer

Energie für die Schule und die Kreissäge. Die Leistung lag bei 15 PS. Das Gefälle betrug 2,7 Meter vom oberen zum unteren Wasserspiegel . An Stelle des Wasserrades baute man zwei Turbinen in solcher Höhe ein, dass Rückstauschädigung nicht mehr vorkommen konnten. Außerdem hatte man den Zuflussgraben zur Turbinen um 60 Zentimeter erhöht, da ja die 50 Meter oberhalbgelegene Wasserkraftanlage beseitigt mehr war. Das Nutzungsgefälle der Turbinen beträgt 2,9 Meter.

 

Nebenstehendes Bild zeigt den Ausfluss des Betriebs Wasser (unten) und des Lehrschusses (Rechts darüber)

deren "Herrengelster“ aus der Untermühle.

Die sich " Herrengelster“ fließt ein unterirdisch weiter mündet hinter der Werra-Brücke auf der linken Seite in die Werra.

 

Thema zwei:

bevor ich nun zum Thema nun rund drei übergehe, möchte ich zuerst einen kurzen Überblick über Turbinen und deren erforderliche Anlagen geben: zu den am Anfang der Arbeit erwähnten Anlagen über Wasserräder außer diesen noch ein Wehr und eine Turbinenkammer hinzu, die die Aufgaben übernehmen, Unrat abzuhalten und Wasser zu sammeln. (Turbinenkammer nämlich: Ausgleichsbecken ).

siehe Bild :“B“

im Bild links staubecken 1,8 Meter tief, dass wer mit der dahinter liegenden „Turbinenkammer“. Rechts der "Fehlschuss" oder auch „Lehr Schuss“  mit regulierbaren Schütze. Hierzu siehe die Zeichnung Nr. 7 Turbinenanlage !

 

Die in der Gemarkung Witzenhausen vorkommenden Francise-Reaktionsturbinen, , darunter eine " Zwillings Spiralturbinen ". Diese Turbinen können mit der Fink´schen Drehschaufelregulierung reguliert werden auf Schnell- und Langsamlauf. Der Wirkungsgrad der Francis Turbinen liegt im Mittel bei 80 Prozent,:das heißt: 20 Prozent der Kraft des Wassers geht durch die Reibung in den Lagern der Turbinen verloren.

 

Die Berechnung der Wasserkraft:

 

Die Turbinen nutzt eine jeweils vorhandene Wasserkraft aus: dieses setzt sich zusammen aus: Litern pro Sekunde (l/sec) die der Fluss führt und dem Gefälle „H“. Die erreichte

 

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Seite 23:

 

 Carmshausen: wie schon erwähnt, wird das Wasser für die Turbinen durch einen 150 meterlangen Betriebsgraben abgeleitet. (Siehe Bild Nr. 2). ungefähr 600l/sec stürzen hinter der Wehranlage in die Francis Zwillings Spiraleturbinen, die eine Höchstleistung von 32 PS erreicht. Die Turbinen wurde im Jahr 1908 eingebaut und treibt seit 1923 einen Ge der einen 110 Volt Gleichstrom, (440 Volt Kraftstrom) für die Landwirtschaft Maschine liefert. Außerdem wird dieDreschmaschine von der Hauptwelle der Turbine durch Transmissionriemen angetrieben. Die von dem Ge tagsüber erzeugte Strommenge wird zur Auflage der Batterien benutzt die den Haushalt und die Lichtkörper mit elektrischer Energie versorgen. Dieser Vorgang kann schluckt jedoch über 50 Prozent der erzeugten Energie. Der Besitzer von Carmshausen erwägt, einen Wechselstromgenerator einzubauen. Doch kostet einer solchen Rationalisierungsmaßnahmen sehr viel Geld der von der Gelster bei Hochwasser vom Meisner mitgebrachte Kies wird von dem Besitzer zur betonierung des Hofes und zum Bau von Silos ( Rübenblätter ) verwandt.

 

Der Gelsterhof

wie das nebenstehende Bild zeigt befindet sich in der Gelster eine große Grube, in der sich das durch Siebe gereinigte Wasser ansammelt. In besonders trockenen Zeiten pumpt ein Dieselmotor das Gelster Wasser zu die Bewässerung  der Viehweiden oberhalb des Gelster Hofes hinauf.

Bewässerungsgräben sind nicht vorhanden.

 

Firma Louis Staffel:

der 300 Meter lange Ableitungsgraben der Firma staffel endete in einer Sieb-Anlage, (siehe Zeichnung Nr. 3) in der das Gelster Wasser weit gehend gereinigt wird. Von dieser Siebstationen laufen zwei Rohre zum Werkinneren. Das eine Rohr bringt das Wasser zum Kesselhaus. Hier wird es auf über 100 Grad Celsius erhitzt und treibt eine moderne Dampfturbine die mehr als eine Million DM gekostet haben soll. Das Kondenswasser wirft der Gelster wieder zugeleitet. Die zweite Rohrleitung führt zum Wasserspeicherraum im 2. OG des an der Kasseler Landstraße gelegenen Gebäudes. Durch feinstes Siebe und chemische Zusätze wird das Gelster Wasser besonders aufbereitet. von hier ausgehen die Leitungen zu den einzelnen "Holländern". Darin werden vorbereitete Stoffteile zu Brei zerrieben. Zu diesen Vorgängen sind ungeheure Mengen von Wasser erforderlich.

Nach der Benutzung leitete man das chlor und schadstoffhaltige Wasser durch eine Klärgrube in die Gelster ab. Daher erklärt sich . da ein Fischleben in der Gelster unterhalb von Staffel ausgeschlossen ist. Bei Wolkenbrüchen ist das Wasser der Gelster oft so stark verunreinigt, das städtisches Trinkwasser in Gebrauch genommen werden muß.

 

 

histori. Gelster-Aufsatz